Traurig

Wenn eine ältere, gepflegte Dame das Geschäft betritt, um um Geld zu betteln und man nicht weiß, ob die Geschichte nun wahr ist, oder nicht, weil man in Wien an jeder Ecke angebettelt wird und schon zig Geschichten gehört hat, finde ich das irgendwie traurig. Ich hab ihr etwas gegeben, weil sie mir unheimlich leid tat, dachte mir aber trotzdem im selben Augenblick, dass das doch sicher einstudiert war; das Falten der Hände, die plötzliche gebrochene Stimme und die dazugehörige Geschichte.

Als ich – vor 7 Jahren – nach Wien gekommen bin, hab ich so ziemlich jedem, der mich um Geld gebeten hat, etwas gegeben. Nach kurzer Zeit hab ich mir das abgewöhnt, sonst hätte ich nach einmal die Mariahilfer Str. auf und ab laufen, kein Geld mehr gehabt, ohne etwas gekauft zu haben.

Ich finde es schade, dass man nicht einfach jemandem etwas geben kann, ohne sich danach fragen zu müssen, ob das denn nun Sinn hatte, oder ob die paar Euro im Sparschwein des Kindes nicht doch besser aufgehoben gewesen wären?!

3 Antworten zu „Traurig“

  1. Eva sagt:

    Jaja von der UBahn bis in die Firma sinds nicht mal 3 min. doch da hocken mindestens 5 Bettler.Am schlimmsten ist es wenn sie die kleinen Kinder hinsetzen.Da schmerzt einem das Herz …. doch gerade bei Kindern heißt es immer bloß nichts hergeben weil das ja alles organistierte Banden sind.Traurig aber wahr :-(

  2. stadtfrau sagt:

    oh ja, mir gings/gehts genau so. mittlerweile gebe ich nur mehr selten was her und nie wenn ein kind dabei ist, DAS will ich nämlich nicht unterstützen.
    ich finde mich aber selber etwas hart, v.a. wenn fabi dabei ist, der natürlich genau wissen will, was ein bettler ist, was der will, wieso der bettelt und wieso ich nichts hergebe…

  3. Nadine sagt:

    Ich bin auch sehr hart geworden – aber nützt ja nichts. Ich gebe fast nie etwas her – bloß hin und wieder drücken die so stark auf meine Tränendrüse, dass ich einfach nicht anders kann…

    (Herzlich Wilkommen übrigens;) )

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